Tagged: Internet

April 30th, 2010

Unser Workshop von der re:publica 2010

Vom 14. bis 16. April fand in Berlin die re:publica ‘10 statt. Die re:publica ist eine Konferenz mit über 2.500 Teilnehmern und mehr als 200 Rednern, die sich im Schwerpunkt mit der “digitalen Gesellschaft” beschäftigt, ihr Potenzial erörtert, ihre Entwicklungen beobachtet und Risiken debattiert.

Für uns als PC-Manufaktur Frankfurt bot sich hier die Chance, vor und mit einem Fachpublikum, dem der Umgang und die Nutzung von Computer und Internet selbstverständlich ist, das eigene Konzept des Kinderzimmer-Computer und der Inititative “Kinder online Laufen lernen” zu diskutieren und durchaus auch kritisch zu hinterfragen.

Aus dem Veranstaltungsprogramm:

Erzieherische Verantwortung im digitalen Zeitalter. Ein Vortrag mit Workshop über die Nutzen und Risiken von PC, Internet und Social Web im Kinderzimmer. – Ein Blick auf die Gefahren und mögliche Schutzmaßnahmen, ein Überblick über aktuelle Software- und Hardware-Lösungen für Kindersicherheit (und ihre Grenzen) und viele offene Fragen: Ab wann sollte ein Kind an den Computer? Was und wie lange darf es spielen? Was bietet das Mitmach-Internet gerade für Kinder an Chancen und Risiken? Was können Multimedia-Geräte heute schon, was Eltern nicht wissen? Wo beginnt erzieherische Verantwortung und wo endet sie an einer zu schützenden Privatsphäre des Kindes? Und nicht zuletzt: Wie kann man Medienerziehung gestalten, ohne immer nur zu verbieten? – Ronny Schmelzer und Alexander Endl von der PC Manufaktur Frankfurt geben Hilfe zur Selbsthilfe aus ihren Erfahrungen bei der Konzeption eines »Kinderzimmer Computer« für Eltern mit Kindern ab 6 Jahren.

Die Erkenntnisse aus diesem Workshop sind für die eigene Arbeit wertvoll. Vor allem wurde deutlich, dass ein Bedarf nach Aufklärung über Kinder und Computer dringend besteht. Während Eltern aus der Generation “digital natives”, also die, die das Netz und den Computer bereits in ihren Alltag integriert haben, sich bereits dezidiert mit der Gestaltung dieser “neuen Realität” beschäftigen, stehen viele Kinder und Jugendliche vor der Situation sich diese Welt entweder selbst erschließen zu müssen oder von ihr abgeschnitten zu sein. Der Zugang erfolgt dann – ebenso unkontrolliert und ohne pädagogischen Ansatz – über Freunde oder in der Freizeit.

Der Satz eines Workshop-Teilnehmers, dass das Internet wie ein “Maserati sei, der allen Kindern wie einem Fahranfänger irgendwann vor die Tür gestellt wird, ohne sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen”, ist sehr charakterisierend für die Situation. Viele Kinder werden nur unzureichend bis gar nicht an die Nutzung herangeführt, dann aber wird der Schlüssel zur Nutzung überreicht – eine Nutzung, die nach Überhabe nur noch maximal zeitlich begrenzt wird. Den Eltern fehlt schlicht die Medienkompetenz um zu erziehen und später zu beurteilen, was das Kind eigentlich macht.

Aktuell gehen Veranstaltungen für Eltern meist mehr in eine warnende, ja fast Panik vor all den lauernden Gefahren machende Richtung, wie uns ein Workshopteilnehmer aus eigener Erfahrung berichtete. Daraus entsteht bei den oft eh bereits überforderten Eltern ein Abschreckungsszenario statt Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die Bitte eines Teilnehmers, auf Basis unseres Workshops selbst eine kostenlosen Informationsabend für Eltern in seinem Umfeld machen zu dürfen, haben wir daher gern entsprochen. Wer dies auch tun möchte, kann gerne bei uns anfragen.

Im Folgenden die Slides unserer Präsentation, für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

September 22nd, 2009

Presse: Das Internet – Risiko oder Chance?

Der Internet-Zugang ist für einen PC heute nahzu Standard. Musste man früher sich noch ein Modem anschaffen, kommen viele PCs von der Stange heute mit Onboard-LAN, die einen unkomplizierten Anschluss an das WWW ermöglichen sollen. Was viele aber nicht wissen: “Es dauert im Durchschnitt zehn Minuten, die ein völlig ungeschützter Computer unbemerkt im Internet übersteht.” (Quelle)

Doch nicht nur Viren- und Bot-Angriffe stellen eine Bedrohung dar, das Internet bietet neben all den Möglichkeiten eben auch viele Fallstricke – gerade für Kinder. Ein EU-weites Sozialfoschungsprojekt soll nun Chancen und Risiken der Internetnutzung aus Sicht von Kindern und Eltern erkunden:

Wie sehen die Kinder in Europa das Internet? Welche Möglichkeiten bietet es, welche Risiken birgt es? Das wollen die Wissenschaftler des Projektes EU Kids Online herausfinden. Dazu wollen Sonia Livingstone, Projektleiterin und Sozialpsychologin an der London School of Economics and Political Science, und ihre Kollegen in den kommenden zwei Jahren tausende Kinder zwischen 9 und 16 Jahren sowie deren Eltern in fast allen Ländern der Gemeinschaft befragen.

Livingstone will herausfinden, was die Kinder und deren Eltern als Chancen und Risiken betrachten und wie sie diese beurteilen. Von den Eltern wollen die Forscher zudem wissen, was sie tun, um Risiken zu verringern und das Surfen für ihre Kinder sicher zu machen.

Die Forscher wollen untersuchen, welche Onlinerisiken es gibt, welches Ausmaß und welche Folgen sie haben. Dafür wollen sie jeweils 1.000 Jugendliche in mehr als 20 europäischen Ländern befragen. Ziel ist, Handlungsvorschläge für die Politik zu erarbeiten sowie “der Medienpanikmache zu begegnen”.

Zu den Risiken, denen Kinder und Jugendliche im Internet gesetzt sind, zählen die Wissenschaftler zum einen ungeeignete Inhalte wie Pornographie, zum anderen unliebsame Begegnungen, wie etwa dass sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen von Erwachsenen angesprochen werden (Grooming) oder Schikanen durch ihresgleichen ausgesetzt sind (Cyberbullying).

Quelle: Das Internet – Risiko oder Chance? bei Golem.de

In der PC-Manufaktur Frankfurt haben wir oft hin und her abgewogen, ob oder ab welchem Alter man generell Internet anbieten sollte. Problem 1 ist dabei der technische Zugang, da ein Telefon- oder Netzwerkzugang wohl eher selten im Kinderzimmer anliegen wird und WLAN aufgrund der Strahlung in der Nähe von Kinderzimmern zumindest kritisch hinterfragt werden sollte.

Dass das Internet über kurz oder lang ein Thema sein muss, ist klar – die Frage ist nur: Ab wann? Und: Wie kann man es absichern?

Beim Kinderzimmer-PC setzen wir dabei auf Prävention und natürlich Kontrolle, indem wir entsprechende Software einsetzen, die die Nutzung des PC generell und für das Internet ganz speziell regeln. Darüber hinaus wollen wir optional – über den selbstverständlich vorkonfigurierten Basis-Schutz hinaus – Virenschutz und Firewall-Systeme anbieten.

Wir sind aber überzeugt, dass kein System der Welt die Kompetenz und Verantwortung (im positiven Sinne) der Eltern ersetzen kann. Die Eltern sollten Kinder nicht vor dem PC und erst recht nicht vor dem Internet “parken” – frei nach dem Motto: “Rechner an, Kind aus”.

Was der bereits hier zitierte Artikel dazu ausführt, sollte zumindest bedenklich stimmen: “Viele vermeintlich kindgerechte Seiten sind mit Werbung voll gepfropft, die nicht nur Kindern die Orientierung erschweren, und bieten vor allem Reaktionsspiele, die erst für Schulkinder interessant werden.” (Quelle), noch mehr aber der Umstand, “dass 19 Prozent der befragten Kinder am Computer Trost suchen” (Quelle) …

Wir wollen Eltern nicht ihre Verantwortung abnehmen und bauen auch kein Gewissenberuhigungsgerät. Wir wollen Eltern mit unserem Kinderzimmer-PC ein System in die Hand geben, mit dem sie in der Lage sind ihre Verantwortung so weit möglich auszuüben. Unsere Basiskonfigurationen sind hier bereits sehr weitreichend, wenn Eltern aber besondere Wünsche und Anforderungen haben, beraten wir gemeinsam gern die Umsetzung und schaffen Lösungen.